Zinsen Immobilien

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Denn nur so kann man schnell und angemessen auf sinkende Zinsen reagieren und eine gute Verhandlungsposition mit den Kreditinstituten haben . Lehren aus dem Lehman-Konkurs: Tiefe Zinssätze machen abhängig - Immobilien - Ökonomie - Suchtfaktor Dies führte zum Insolvenzantrag der Nationalbank am 16. Mai und markiert den Ausbruch der schwersten globalen Wirtschafts- und Finanzkrise seit den 1930er Jahren. Von den verhältnismäßig tiefen Zinsen profitierend, erwerben immer mehr US-Bürger, die es sich nicht wirklich erlauben können, zwischen 2005 und 2007 Immobilien oder Appartements auf Kredit.  

Mitten in der Immobilenblase in den USA hat die Investment Bank Lehman Brothers zunächst gutes Kapital verdient. Seit 2007 konnten jedoch immer mehr Eigenheimbesitzer ihre Anleihen aufgrund der steigenden Zinsen nicht mehr zurückzahlen - aber die notleidenden Anleihen wurden in Wertpapiere zusammengefasst und als Investition von Haus zu Haus weitergegeben. Aber auch die Gespräche mit der Nationalbank und den Briten sind gescheitert - möglicherweise weil dieses Mal keine staatliche Förderung zu erwarten war: Washington verweigerte eine Hilfe.

"Die Euro-Wächter beobachten auch den Wohnungsmarkt, wie EZB-Aufsichtsbeamte Daniele Nouy vor kurzem in einem Gespräch mitteilte. Keine Ahnung, aber ich glaube, es könnte der Grundstücksmarkt sein", sagte sie. Steigende Zinsen führen zu niedrigeren Grundstückspreisen. Jeder, der dazu nicht in der Lage ist, drohen wirtschaftliche Schwierigkeiten - und die Hausbank muss je nach Verfahren möglicherweise einen Forderungsausfall abschreiben.

Nicht nur Privatanleger, sondern auch gewerbliche Kapitalanleger wie Versicherungsgesellschaften wären von einem Preisverfall aufgrund stark steigender Zinsen bedroht. "Pensionsfonds oder Immobilienfonds haben in den letzten Jahren davon profitieren können, dass sie Immobilien immer besser einschätzen konnten", erklärt Immobilien-Experte Werner Fleischmann, der eine Maklergesellschaft unterhält. Immobilien-Experten erleben eine sich abzeichnende Krisensituation in der Schweiz.

Gemäss offizieller Statistiken waren im Jahr 2015 in der Schweiz 50476 Wohneinheiten leerstehend, verglichen mit 72 294 im gleichen Jahr - auch per 31. Dezember. Laut einer Credit Suisse-Studie haben sich die Leerstandszahlen für Mietobjekte in den letzten neun Jahren mehr als verdreifacht. Zugleich steckt viel Zeit in dem von den Immobilienmärkten in das Netz gepumpten Systems.

Kurskorrekturen nach unten sind daher nicht zu erwarten: Die Immobiliennachfrage ist hoch, wobei insbesondere Pensionsfonds den Bau von Neubauten vorantreiben, da es keine anderen renditestarken Investitionsmöglichkeiten gibt. Steigen in absehbarer Zeit auch die Zinsen rapide an, könnte dies im Extremfall zu einer Immobiliekrise führen, die auch die Kreditinstitute nachteilig beeinflussen würde.

Die SNB wirft auch einen Blick auf den Immobilienbereich - denn kein anderes westliches Staat hat so niedrige Zinsen und eine so hohe Haushaltsverschuldung. Die Liegenschaftspreise in der Schweiz sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Aufgrund des Rekordtiefs der Zinsen haben gewerbliche Anleger und wohlhabende Privatpersonen zunehmend Appartements auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten erworben.

Die Erinnerung an die Immobilienknappheit in den USA wird wach. Diese hatten nicht nur eine eigene Haushypothek abgeschlossen, sondern mit Hilfe eines Darlehens auch eine zweite oder dritte Liegenschaft erworben - und über weiter ansteigende Kurse rechneten. Nachdem die Kurse auf dem US-Markt nahezu über Nacht zusammengebrochen waren, konnten sie ihre Darlehen nicht mehr auszahlen.

Dies führte zu einem Zug, der den ganzen Grundstücksmarkt in den Untergang zeichnete. Auch die Schweiz ist nicht immun: Hier sind die Zinsen mit Minus 0,75 Prozentpunkten seit knapp vier Jahren niedriger als sonstwo auf der Erde. Deshalb sind sie bereit, Darlehen zu gewähren.

Gerade diese tiefen Zinsen steigern die Kreditnachfrage bei Privatkunden. Die privaten Haushalte in der Schweiz sind so hoch wie nirgendwo sonst in der Schweiz belastet. Anlass genug für die SNB, den Grundstücksmarkt im Blick zu behalten: Weil bei einem starken Zinsanstieg auch in der alpinen Republik viele Eigentümer von Wohnungen Schwierigkeiten bei der Rückzahlung ihrer Hypothek erhalten können.

Dies würde auch die Kreditinstitute betreffen, die die Darlehen gewährt haben. Darunter sind vor allem systembedingte Institutionen wie die Raiffeisen-Gruppe und die ZKB, aber auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Unter den Anlegern befinden sich auch viele Privatpersonen, die oft Großkredite aufnimmt. Die Grösse des Schweizer Markts zeigt, warum Branchenexperten besorgt sind: Die Grossbank Credit Suisse rechnet mit einem ausstehenden Hypothekarkreditvolumen per Ende 2018 von CHF 1 Billionen.

Es wurde vereinbart, dass die Zinsen in der Schweiz früher oder später wieder anheben werden. Natürlich können in Rezessionszeiten auch die Grundstücksmärkte davon berührt werden: