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Konjunktur ; Zinsgewinne in der Schuldenkrise: Deutschland verdient Milliarden mit Krediten an Griechenland. Zinszuwächse in der Schuldenkrise: Deutschland erwirtschaftet mit Griechenland-Darlehen Milliardenbeträge - Konjunktur  

Die Milliardenhilfe zur Rettung Griechenlands kommt vor allem Deutschland zugute und hat seit 2010 Zinserträge in Höhe von rund 2,9 Mrd. EUR erzielt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Stellungnahme der Regierung auf eine Untersuchung der Gruenen an die Deutsche Presseagentur in Berlin. Die Eurominister werden sich am kommenden Freitag zusammensetzen, um über einen möglichen weiteren Schuldenerlass für Athen zu diskutieren - Bundesfinanzminister Olaf Schulz (SPD) hat sich lange Zeit zurückhaltend verhalten.

Die dritte Fördermaßnahme mit einem Volumen von bis zu 86 Mrd. EUR endet im Monat September. "eEs ist an der Zeit, dass Griechenland auf eigenen Beinen steht", sagt EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici. Nach der Antwort der Regierung werden seit 2010 vor allem Erträge aus dem Kauf von griechischen Staatspapieren im Zuge des Wertpapiermarktprogramms (SMP) der EZB erzielt, die bei der EZB angefallen und in den Staatshaushalt übertragen wurden.

In früheren Abkommen war vorgesehen, dass Griechenland die KMP-Gewinne anderer Länder auszahlen würde, wenn alle Spar- und Reformbedingungen erfüllt wären. Dem Bericht zufolge wurde jedoch erst 2013 ein Gesamtvolumen von zwei Mrd. EUR an Griechenland überwiesen. Im Jahr 2014 flossen rund 1,8 Mrd. EUR auf ein Sparkonto des ESM. Danach erzielte die Deutsche Post bis 2017 rund 3,4 Mrd. EUR Zinserträge aus SMP-Anleihen.

Lediglich in den Jahren 2013 und 2014 wurden die Ergebnisse an den ESM und Griechenland abführt. Im Jahr 2013 wurden rund 527 Mio. EUR und im Jahr 2014 rund 387 Mio. EUR ausgeschüttet, was einem restlichen Jahresüberschuss von rund 2,5 Mrd. EUR entspricht. Darüber hinaus ergeben sich Zinsgewinne in Höhe von 400 Mio. EUR aus einem Kredit der Landesbank KfW.

Die grüne Haushaltsexpertin Sven-Christian Kindler rief wegen der Profite zum Schuldenerlass für Athen auf. "Entgegen aller rechten Legenden hat Deutschland von der Griechenlandkrise enorm profitiert", sagte Kindler. "Es kann nicht sein, dass die Regierung den dt. Staatshaushalt mit milliardenschweren Zinserträgen aus Griechenland neu ordnet", warnte er. Das Land hat kräftig angespart und seine Zusagen eingehalten: "Jetzt muss die Euro-Gruppe ihr Wort halten".

Auch Deutschland und Europa sind in der Lage, Athen zu helfen, sagt Kindler.