Freiberufler

Freelancerinnen

Doktor mit eigener Praxis: Freiberufler oder Kaufmann ? Die Firma Helen ist zwar gewinnsteuerfrei, aber wenn die sogenannte "Abfärberegelung" in Kraft tritt, können alle Erträge aus der Betriebspraxis gewinnsteuerpflichtig werden. Selbständige medizinische Tätigkeiten sind in der Regel nicht gewerbesteuerpflichtig. Eine erhebliche praktische Problematik ergibt sich jedoch aus der Unterscheidung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Beschäftigung. Trotzdem arbeitet er als Freelancer.  

Dabei kann er den Steuerbehörden gegenüber nachweisen, dass er für seine eigene Geschäftstätigkeit verantwortlich ist und dass er bei freiberuflicher Arbeit in einer nach dem EStG geforderten Führungsposition (§ 18 Abs. 1 Nr. 1) ist. Die Steuerbehörden tun dies nicht bei Einwohnern, die eine zweite Arztpraxis mit einem erwerbstätigen Facharzt für ihre eigene Arztpraxis haben. Die Kanzlei leugnet hier die Eigenverantwortung des Selbständigen, da der Arbeitsmediziner allein für die Betreuung der Patientinnen und Patientinnen zuständig ist.

Erträge aus der zweiten Praxis unterliegen daher der Gewerbesteuer. Das Einkommen aus der ersten Praxis ist jedoch nicht erkrankt. Dies ist anders bei gemeinsamen Praktiken, die eine zweite Praxis anstreben. Es gibt hier ein akutes "Infektionsrisiko". Im Falle von Sozietäten können - im Gegensatz zu Einzelpraktiken - alle Erträge aus den beiden Praktiken der Gewerbesteuer unterworfen werden. Das kann jedoch vermieden werden, wenn die zweite Praxis als Schwestergesellschaft mit identischer Person und Beteiligung aufbaut.

Bei der integrierten Pflege, d.h. bei Vertragsabschlüssen zwischen Ärzten und Krankenversicherungen, gibt es auch ein "Infektionsrisiko". Beteiligen sich etablierte Personen am Hausarztbetreuungsprogramm mit pauschaler Vergütung, hat das Steueramt kaum Anlass, auf der Grundlage der vertraglichen Vereinbarungen kommerzielle Beteiligungen an der Freiberuflertätigkeit zu übernehmen. Im Falle einer speziellen Ambulanz können die Krankenversicherungen mit den Hausärzten auf unterschiedliche Weise zusammenarbeiten.

Hierbei überprüft das Steueramt im Einzelnen, ob eine kaufmännische und/oder selbständige Erwerbstätigkeit besteht. Auch hier wird auf die Ansteckungsgefahr hingewiesen, wenn z.B. Heilmittel und Hilfen verkauft oder mit kommerziellen Fitness-Studios zur Therapie von übergewichtigen Menschen verhandelt werden. Eine kommerzielle Infektion erfolgt nicht, wenn die kommerziellen Beteiligungen maximal 1,25 Prozentpunkte des Gesamtumsatzes der Kanzlei ausmachen.

Jeder, der unter der vom BFH festgelegten De-minimis-Grenze liegt, ist somit selbständig erwerbstätig (Ref.: II R 12/98). Selbst wenn die Mediziner einen engmaschigen faktischen und ökonomischen Bezug zwischen kommerzieller und freier Mitarbeit aufweisen können, ist die Färbungsregelung pauschal. Dies ist z.B. bei der Lieferung von Einmalspritzen oder bei Eingriffen, bei denen Kunstlinsen oder Kunstgelenke verwendet werden, der Fall.