Darlehen an Arbeitnehmer vom Arbeitgeber

Kredit an Arbeitnehmer vom Arbeitgeber

Arbeitgeberkredite - steuer- und systemempfindlich ? Wenn ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Darlehen vergibt, ergibt sich die Fragestellung, ob diese Einigung in Bezug auf die Einkommensteuer und die soziale Sicherheit von Bedeutung ist. Darüber hinaus ist zu beachten, dass nach 19 Abs. 1 EWStG alle Verdienste und Vergünstigungen, die aus einer Erwerbstätigkeit gerechtfertigt sind, als Einkommen und damit als steuer- und beitragspflichtige Löhne anzusehen sind.  

Es ist zu differenzieren zwischen einem Darlehen, das ein wirkliches Darlehen mit einer Tilgungsabsicht ist, und einem sogenannten gefälschten Darlehen, bei dem keine Tilgung seriös vorgesehen und vereinbar ist. Es liegt auf der Hand, dass, wenn keine Tilgung beschlossen wird, ein Darlehen im engeren Sinn nicht angenommen werden kann. Daher ist es ein Zufluss von Löhnen, der steuer- und abgabepflichtig ist.

Eine Realkreditvergabe ist vor allem durch die Abstimmung der Tilgungsart - Monats- oder Jahresraten, Ratenbetrag, Dauer usw. - gekennzeichnet. Der Vertrag oder die Zinsberechnung ist ebenfalls ein wichtiger Indikator, aber keine Bedingung, um ein Darlehen als authentisch oder falsch zu beschreiben. Erschwert wird es, wenn der Arbeitgeber zu einem spÃ?teren Termin auf das Darlehen oder TeilbetrÃ?ge des Darlehens verzichten muss.

Hier hat die Judikative eindeutig festgestellt, dass es im Falle eines Verzichts kein Realkredit mehr gibt und damit der Lohn als aufgelaufen angesehen wird. Der Tag des Zustroms - maßgeblich für den Besteuerungszeitpunkt - ist der Tag, an dem der Arbeitgeber auf das Darlehen verzichtet. In diesem Fall ist der Tag der Verzichtserklärung. Ein weiterer Fall tritt ein, wenn der Mitarbeiter in Zahlungsunfähigkeit geraten ist und daher nicht in der Lage ist, das Darlehen zurückzuzahlen.

Die Arbeitgeberin ist nicht zur Einziehung von kostenpflichtigen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen angehalten, wenn ersichtlich ist, dass sie erfolglos sind. In diesem Falle ist es jedoch immer noch ein richtiges Darlehen, da die Absicht, das Darlehen zurückzuzahlen, vorhanden war. Das Darlehen ist in diesem Falle steuer- und umlagefrei. Die wirkliche wirtschaftliche Bereicherung, die der Mitarbeiter aus einem solchen Darlehen hat, ist in der Praxis die Zinsersparnis.

Arbeitgeberkredite werden oft zu besseren Bedingungen vergeben als von einer Hausbank vergeben. Jetzt taucht die Problematik auf, wie hoch der Marktzins ist. Beispiel: Ein Mitarbeiter bekommt ein Darlehen von EUR 10300,-. Über die ganze Dauer wird ein Festzinssatz von 2% festgelegt. Der effektive Zinssatz zum Vertragsabschluss betrug 5%.

Dementsprechend ist der nicht monetäre Entzug oder die Zinsersparnis steuer- und abgabenfrei. Weil der Wert die 44 -Schwelle überschreitet, ist der Gesamtbetrag steuer- und abgabepflichtig. Wenn sich die Beteiligten auf einen veränderlichen Zins einigen, muss der Arbeitgeber die geldwerte Leistung zum Zeitpunkt der Verzinsung nachrechnen. Wenn ein Bankmitarbeiter von seinem Arbeitgeber ein Darlehen bekommt, kann auch das Disagio miteinbezogen werden.

Ein monetärer Vorzug von 1080 pro Jahr ist bei Erfüllung der Bedingungen steuer- und abgabenfrei. Vorraussetzung ist, dass der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitnehmer zu einem reduzierten Preis erwirbt, unbedingt gewerblich an andere Abnehmer veräußert. Im Zusammenhang mit einem Darlehen ist diese Bedingung in der Praxis meist nur bei Kreditinstituten vorhanden, so dass sie hier nur kurz angesprochen werden sollte.