Banken Vergleich 2016

Bankvergleich 2016

Zwischen mehr und weniger Europa Der dt . Banksektor ist weiterhin robust....  

Bevor ich auf die Risikosituation im dt. Banksektor einhebe, schauen wir zusammen auf die vergangenen zwölf an. Damit ist das zweite Jahr der europaeischen Bankaufsicht vorbei. Die EZB überwacht seit zwei Jahren die 129 grössten Bankkonzerne des Euroraums, darunter 21 aus Deutschland.

Das " Mehr " in Europa in der Bankaufsicht wirkt sich zunehmend positiver aus, und ich bin überzeugt, dass wir die verbleibenden Unsicherheiten beseitigen können. Wir haben bereits zu Jahresbeginn, als mit dem Joint Settlement Mechanism die zweite Stütze der EBU gegründet wurde, einen weiteren Weg zu "mehr" Europa eingeschlagen.

Auch nach den Planungen der Europakommission sollte es in diese Richtungen gehen: Es geht um die Pläne für die dritte Stütze der Bankunion, d. h. die Einführung einer europaweiten Sparversicherung. In diesem Zusammenhang möchte ich beispielsweise an die noch immer bestehende staatliche Finanz- und Wirschaftspolitik in Europa denken, die einen großen Einfluss auf den Stand des betreffenden Banksystems hat. Solange wir hier keine europaweit einheitliche Regelung haben, würde eine einheitliche europaweite Kautionsgarantie dazu beitragen, dass falsche einzelstaatliche politische Entscheidungen an alle Sparenden in der Euro-Zone weitergegeben werden.

Darüber hinaus werden von den Banken nach wie vor viele Bundesanleihen ihres Herkunftslandes in ihren Bankkonten gehalten. Darüber hinaus wurden in einigen Staaten die Problematik der Not leidenden Kredite nicht behoben, so dass wir eine sehr andere Risikosituation in den jeweiligen Landesbanken feststellen. In einem kürzlich von der Abgeordneten Ester de Lange im Europaparlament veröffentlichten Berichtentwurf werden bereits einige kritische Punkte des Kommissionsvorschlags aufgegriffen.

Am selben Tag stimmten die englischen Wählerschaften gegen die Beibehaltung ihres Heimatlandes in der EUPolitik. Dies ist zum Teil auf die mittlerweile gute Belastbarkeit des europaeischen Finanzsystems sowie auf die Vorsorge der Nationalbank, vor allem der englischen Zentralbank, zurueckzufuehren. Gegenwärtig deuten die jüngsten Meldungen der englischen Bundesregierung darauf hin, dass ein so genannter "harter Brexit" unmittelbar bevorsteht, bei dem das britische Land nicht nur die EU, sondern auch den EWR verlässt.

Auf diese Weise können Finanzinstitute mit Sitz in Großbritannien ihre Erzeugnisse und Leistungen derzeit im ganzen EWR anbieten. Zugleich können in Großbritannien EU-Institutionen tätig werden. Verlässt das VK den EWR, wird die Frage, ob das zukünftige Aufsichtssystem des VK dem des kontinentalen Europas entspricht, für einige Bereiche der Finanzindustrie von Bedeutung sein.

Es wird davon ausgegangen, dass die englische Regierung die Erfolge der EU-Verordnung nach einer "harten Pause" nicht zurückdrehen wird und dass sie bei zukünftigen regulatorischen Maßnahmen weiterhin internationale und europäische Normen befolgen wird. In diesem Zusammenhang betrachte ich die beabsichtigte Verschmelzung der Deutsche Börse mit der Londoner Wertpapierbörse, da das fusionierte Institut in Zukunft als Brückenschlag zwischen den Finanzmärkten Großbritanniens und der EU fungieren und die Durchgängigkeit z. B. beim Clearinggeschäft mit auf EUR lautenden Finanztiteln sicherstellen könnte.

Betrachten wir nun die derzeitige Risikosituation im dt. Banksektor. Der dt. Banksektor ist weiterhin robust.... Zunächst ist zu begrüßen, dass seit 2010 die Eigenkapitalausstattung und damit die Renditetätigkeit deutscher Institutionen signifikant zunimmt. Obwohl die Kern-Eigenkapitalquote des gesamtdeutschen Bankensektors zwischen Ende 2015 und Ende 2016 nur leicht um 0,16 %-Punkte angestiegen ist, ist sie mit 15,7 Prozentpunkten seit Ende 2015 praktisch unverändert geblieben.

Damit hat sich jedoch der langfristig zu beobachtende Tendenz einer verbesserten Kapitalausstattung - als Schlüsselfaktor für die Widerstandsfähigkeit eines Banksektors - durchgesetzt. Die Banken in Deutschland haben zunehmend in Vermögenswerte mit geringerem Kapitalbedarf angelegt. Die Resultate des heurigen EBA-Stresstests belegen auch, dass die involvierten Institutionen in Deutschland inzwischen widerstandsfähiger gegen makroökonomische Erschütterungen sind als noch vor wenigen Jahren.

Solvenz und Liquiditätssituation des dt. Banksektors scheiden aus. Allerdings genügt eine solide Kapitalausstattung allein nicht, um die Belastbarkeit der Banken langfristig zu gewährleisten. Zu diesem Zweck müssen auch die Banken hinreichend ertragreich sein. Werfen wir zunächst einen Blick auf die großen, weltweit agierenden Banken in Deutschland. Bezogen auf die Bilanzsumme konnten diese Institutionen ihre Betriebserträge in den letzten Jahren leicht verbessern - von 1,31% in 2009 auf 1,51% in 2015. Die Gesamtkapitalrentabilität der Großbanken ist jedoch im vergangenen Jahr erstmalig wieder gesunken.

Dabei ist zu beachten, dass die geringe Rendite der Gesamtinvestitionen in Deutschland durch die Bestimmungen eines großen Institutes beeinträchtigt wurde: Ohne diesen Effekt erzielte diese Bankgruppe einen Zuwachs der Kapitalrendite von 0,35%. Sie liegt jedoch im Vergleich zu international üblichen Standards auf einem im Allgemeinen geringen Stand. Die gesamten inländischen Banken schneiden auch im weltweiten Vergleich recht schlecht ab - zum Beispiel bei der Eigenkapitalrendite: Sie liegt nur bei knapp 6%.

Dabei ist die Diagnostik vergleichsweise einfach: Der inländische Banken- und Finanzsektor ist von einer deutlichen Ergebnisschwäche betroffen. Derzeit können wir jedoch insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland eine verhaltene Entwarnung erteilen: Wir sind zuversichtlich, dass es zu einem Rückgang kommen wird: Obwohl die Folgen des tiefen Zinsniveaus auf die Erträge ihre Wirkung nicht verfehlt haben, trägt die Mehrzahl der Banken und Sparbanken weiterhin die Hauptlast.

Zudem haben die deutschen Institutionen in ihren Portfolios mehr risikobehaftete Investments als noch vor fünf Jahren. Ein Anstieg der Zinsen würde jedoch auf lange Sicht zu einer Belebung und Stärkung des Banksektors anregen. Gerade deshalb ist eine hinreichende Kapitalausstattung des Bankenwesens so bedeutsam, um kurz- bis mittelfristig zu dämpfen.

In diesem Zusammenhang steht die Beaufsichtigung den nationalen Institutionen sehr nahe. Dadurch sollten entscheidende und risikobehaftete Marktentwicklungen im Banksektor rechtzeitig erkannt und die Beaufsichtigung im Rahmen des Dialogs mit den Institutionen unterstützt werden. Aus unseren bisher vorliegenden Umfrageergebnissen geht hervor, dass Banken und Krankenkassen auf die geänderten Rahmenbedingungen mit steigenden Provisionserträgen - zum Beispiel Kontoführung und Zahlungsverkehrsgebühreniveau - antworten und dass die negativen Zinssätze vermehrt an Grosskunden weitergereicht werden.

Zudem sind in den Sparkassen und Genossenschaftsbereichen Konsolidierungs- und Verschmelzungsprozesse zu verzeichnen. Obwohl wir beträchtliche Fortschritte gemacht haben, mache ich mir immer noch Sorgen um ein Thema: Etwa acht Jahre nach Ausbruch der Finanzmarktkrise befinden sich die notleidenden Kreditportfolios einiger Europäischer Banken immer noch auf einem alarmierenden Level. Der Abbau von Altschulden ist daher zu Recht eines der Hauptziele der Bankaufsicht im Euroraum.

Durch höhere Eigenkapitalanforderungen und steigende Umfinanzierungskosten steigern sie die Anfälligkeit der Bankgestalt. Zugleich schränken dies die Kreditmöglichkeiten der betreffenden Banken ein; eine niedrigere Ausleihe verlangsamt jedoch das Spiel. Ich möchte in diesem Kontext die von der EZB ins Leben gerufene und bis gestrige Jahr andauernde Öffentlichkeitsarbeit zu dem Leitfaden für Banken über den richtigen und richtigen Einsatz von Non-Performing Loans aufzeigen.

Anhand dieser Leitlinien können die Bankaufsichtsbehörden in Zukunft im Zuge ihres regulären Aufsichtsdialogs den internen Betrieb der Bank mit Non-Performing Loans (NPLs) vereinheitlichen. Das Problem der notleidenden Forderungen ist im dt. Bankensektor weit weniger gravierend als in einigen anderen Ländern der Eurozone. Es versteht sich daher von selbst, dass wir auch in Zukunft Banken mit hohem Risiko für Schiffskredite im Auge haben werden.

Wir gehen davon aus, dass die betreffenden Institutionen geeignete Vorkehrungen treffen, die zur rechtzeitigen Reduzierung von kontaminierten Standorten und zur Erhöhung ihrer Belastbarkeit beizutragen. Zum einen ist das aufsichtsrechtliche Umfeld für Banken seit dem letzten Financial Stability Report aus guten Gründen noch europäisch geworden. Zum anderen haben die dt. Banken ihre Stabilisierung weiter gesteigert - die Eigenkapitalquote ist weiter angestiegen und die Fremdkapitalquote ist weiter zurückgegangen.

Zum Dritten leidet die deutsche Banken unter einer anhaltenden Ergebnisschwäche. Vor allem kleine und mittlere Institutionen werden mittel- bis langfristig von den Folgen des Niedrigzinsumfelds betroffen sein. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben müssen die Institutionen entschlossen vorgehen, um ihre Stabilisierung und Rentabilität zu gewährleisten. Neben einer regelmässigen Prüfung ihrer GeschÃ?ftsmodelle sollten die Banken aber auch weitere ZusammenschlÃ?sse, eine AusdÃ?nnung ihres Niederlassungsnetzes und andere Kostensenkungsmassnahmen in Betracht ziehen.